Zeit in der Natur zu verbringen – sei es bei einem Spaziergang durch den Park oder beim Einatmen von Meeresluft – wird weithin mit besserer Gesundheit in Verbindung gebracht. Eine neue Studie der University of Adelaide und der University of South Australia bestätigt, dass therapeutische Gesundheitsfachkräfte naturbasierte Therapie überwältigend unterstützen und deren Rolle bei der Behandlung körperlicher, psychischer und sozialer Beschwerden anerkennen. Doch bis sie fester Bestandteil der Regelversorgung wird, ist es noch ein weiter Weg.
Fachkräfte unterstützen Heilung an der frischen Luft
In einer Befragung von 77 therapeutischen Gesundheitsfachkräften, darunter Psycholog*innen, Physiotherapeut*innen, Sozialarbeiter*innen, Logopäd*innen und Ergotherapeut*innen, stimmten 97 % zu, dass Aufenthalte in natürlichen Umgebungen Prävention und Genesung bei verschiedensten Gesundheitsproblemen fördern. Mehr als 94 % raten ihren Klient*innen regelmäßig dazu, Zeit im Freien zu verbringen.
Naturbasierte Therapie wird mit Verbesserungen bei Beschwerden wie chronischen Schmerzen, Depressionen, Angststörungen, Bluthochdruck und Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht. Schon einfache Aktivitäten wie Spazierengehen, Gärtnern oder das Spielen an Außengeräten können helfen, Kraft, Selbstvertrauen und soziale Kontakte aufzubauen.
Die Erstautorin Dr. Jessica Stanhope sagt, Fachkräfte könnten die Lücke schließen, indem sie Patient*innen auf sichere, barrierefreie Naturflächen hinweisen. Selbst das Betrachten von Naturbildern oder das Hören beruhigender Outdoor-Geräusche in Innenräumen könne Vorteile bringen, wenn der Zugang nach draußen eingeschränkt ist.
Herausforderungen, Naturtherapie zur Routine zu machen
Trotz der großen Zustimmung stößt die Naturtherapie auf mehrere Hindernisse. Dazu zählen begrenzter Zugang zu Grünflächen, schlechte Infrastruktur, Sicherheitsbedenken und Skepsis anderer Gesundheitsberufe. Auch Klient*innen können den Nutzen anzweifeln oder Hürden wie eingeschränkte Mobilität, fehlende Transportmöglichkeiten oder geringe Motivation haben.
Umweltfaktoren wie extreme Hitze oder Regen sowie fehlendes inklusives Design verringern zusätzlich die Machbarkeit von Therapien im Freien – insbesondere für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen.
Zugang für den langfristigen Einsatz schaffen
Mehr als 70 % der Befragten befürworten die Aufwertung von Außenräumen, 55 % arbeiten sogar direkt daran, die Zugänglichkeit zu verbessern. Expert*innen fordern bessere Infrastruktur – etwa beschattete Gehwege, Sitzgelegenheiten und sichere Wege – und mehr öffentliches Bewusstsein, um naturbasierte Ansätze dauerhaft in die Regelversorgung zu integrieren, von Gemeinschaftsflächen über Altenpflege bis hin zu Schulen.
